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DoloMythos

Das größte Dolomitenmuseum

Lexikon | Wo liegen die Dolomiten?

Drei Zinnen

Drei Zinnen

  

Fossilien der Dolomiten mit Erklärungsweisen aus der Mythologie

Megalodonten

Megalodonten sollten versteinerte Kuhtritte darstellen. Drei Zinnen. Höhe 16 cm.

Muschel

Diese Muscheln wurden von den alten Ladinern als versteinerte Sonnenstrahlen abgetan. Es handelt sich um das in den Wengener Schichten vorkommende Leitfossil Daonella lommeli. Cortina - Corvo Alto. Breite 5 cm

Versteinerte Seeigelstacheln

Versteinerte Seeigelstacheln (Cidaris dorsata) betrachtete man als Flaschen. Bevorzugtes Fundgebiet waren die Stuoreswiesen im Gadertal. Länge 4 cm

Die Geschichte der Dolomiten

Die schönsten Bauwerke der Natur

Das Gebiet der Dolomiten abzugrenzen, ist nicht leicht und es gibt auch mehrere Sichtweisen. Die engste Grenzziehung ist sicherlich die ethnologische: Dabei werden die Dolomiten mit dem Wohngebiet der Ladiner gleichgesetzt, also hauptsächlich die Täler rund um den Sellastock und zwar das Gadertal, das Gröden-, das Fassatal und Buchenstein. Eine nächste Grenzziehung fußt schon auf geologischen Aspekten und umfasst jenes Gebiet, in dem sich über Jahrmillionen tropische Korallenriffe eng mit zwei größeren Vulkanausbrüchen, einer im Perm, der nächste in der Trias, verzahnten. Im Norden wird diese Region vom Pustertal abgegrenzt, in westlicher Richtung vom Eisacktal von Brixen bis zum Etschtal nach Trient, in östlicher Richtung vom Sextental über Santo Stefano di Cadore, dem Piavetal bis Longarone und Ponte nelle Alpi. Etwas schwieriger ist die Grenzziehung im Süden. Entweder man nimmt die Valsugana über den Caldonazzo-See, Fiera di Primiero, Agordo bis Pieve di Cadore und Lorenzago als engere Linie, oder man schließt noch die Kalkberge um Feltre und die Monti del Sole mit ein. Im weitesten Sinne müsste man zudem noch die Brenta-Dolomiten und auf jeden Fall die Lienzner Dolomiten mit einrechnen, und zwar deshalb, weil Staatsgrenzen vom Menschen gezogen werden, aber nicht von der Natur. Auf nicht einmal hundert Kilometern Länge und Breite haben sich drei Sprachgruppen festgesetzt, welche unterschiedlicher nicht hätten sein können und deswegen auch vollkommen unterschiedliche Kulturkreise herausgebildet haben: Im Norden die deutsche, im Süden die italienische und rund um den Sellastock, aber trotzdem wieder durch willkürlich gezogene Grenzlinien dreier Provinzen getrennt, die ladinische. In den Provinzen Südtirol, Trient und Belluno leben mit eigens ausgeprägten lokalen Idiomen etwa 30.000 Ladiner.
Dieses eigenartige Gebiet gehört zu den Naturwundern dieser Erde, vergleichbar mit dem Gran Canyon, dem Bryce Canyon und dem Yellowstone -Nationalpark in den Vereinigten Staaten, dem Geysir-Valley in Neuseeland oder der schweizerisch-italienischen Gletscherlandschaft rund um das Matterhorn. Aber im Gegensatz zu den amerikanischen Nationalparks ist das Gebiet schon seit Jahrtausenden dicht besiedelt und im Laufe der Jahrtausende hat sich eine einzigartige Kulturlandschaft inmitten der Natur herausgearbeitet. Den für das Gestein, Dolomit, gibt es erst seit 1792, als ein abenteuerlustiger Franzose namens Dolomieu einen Stein aufsammelte, diesen selbst aber nicht zu bestimmen wusste, und ihn deshalb einem befreundeten Wissenschaftler sandte. Ab 1864 presste sich der Name „Dolomiten“ aus einer Publikation der beiden Engländer Josiah Gilbert und George Cheetham Churchill mit dem viel sagenden Titel „The Dolomite Mountains“ allmählich in das Gedächtnis der Menschen. Und es brauchte noch Jahrzehnte und viele erbitterte Kämpfe, um diesen eigenartigen Namen zum Allgemeingut werden zu lassen.
Hier in den Dolomiten befinden sich einige der schönsten Bergspitzen dieser Erde, aufgebaut durch Korallen, also durch lebende Organismen, sowie durch die vielfältige Modellierfähigkeit der Ozeane, der Auffaltung durch das Aneinanderprallen großer Landmassen und der Abtragung durch Wind und Wetter. Die heutigen Skifahrer bemerken nicht, dass sie eigentlich über einstige Korallenriffe im Geschwindigkeitsrausch herunterfahren, die Bergsteiger noch weniger, dass sie sich an manchem Korallenstock, einem Abdruck eines Dinosauriers oder an Meeresmuscheln festhalten. Einige Berge wie die Drei Zinnen und der Schlern wurden wegen ihrer majestätischen Ausdruckskraft zu tausendfach abgebildeten Symbolen hochstilisiert. Aber rundherum gibt es noch eine Vielzahl anderer Gebirgsstöcke, die genauso durch eine geheimnisvolle Schönheit bestechen. Der Latemar, durchzogen von aufsteigenden Vulkanschloten, der Sellastock als Korallenriff wie es im Lehrbuch steht, die Marmolata als letzter Gletscher der Dolomiten, die Civetta und der Pelmo, die Tofana, der Rosengarten, der Langkofel, die Pale di San Martino… Alle warten durch irgendwelche seltsame Eigenheiten auf. Manchmal sind es malerische Gebirgsseen wie der Seekofel mit dem Pragser Wildsee, die Civetta mit dem Lago d'Alleghe, der Latemar mit dem Karer-See, der Misurina-See bei den Drei Zinnen, die besondere Reize ausüben.

Fast allen Bergen ist ein besonderes Lichtspiel im Wechsel des Sonnenlichtes eigen. Es wurde schon von den Ladinern als „Enrosadira“ bezeichnet. Die bleichen Kalkfelsen nehmen im Morgen- und Abendlicht ein intensives Rot an, das zwar nur wenige Minuten andauert, dafür aber umso tiefer in die Seelen der Menschen dringt. Dann gibt es in diesem Gebiet Naturwunder der besonderen Art. Die Erdpyramiden von Segonzano oder jene am Ritten, oder die Bletterbachschlucht bei Aldein-Radein, ein gewaltiger Canon herausmodelliert in wenigen Jahrtausenden, dafür aber bestechend durch seine Abgründe und durch die Vielzahl seiner Farbnuancen. Große Vulkanergüsse vor 230 Millionen Jahren haben die fruchtbare Seiser Alm, die größte Hochalm der Alpen, modelliert, andere Hochflächen wie Fanes und Sennes sind karge Steinburgen. Gerade weil sich dem menschlichen Geist unvermittelt immer neue Geheimnisse auftun, wird dieses Gebiet von Millionen von Menschen besucht. Manchmal sind es unerwartete Höhlen wie die Conturineshöhle auf Fanes, oder riesige Felsbögen wie bei der Hohen Geisel, welche jeden überraschen. Dann sind es wieder die Zeugen aus geologischer Zeit, wie versteinerte Wälder, riesige Muschelbänke, hunderte Meter lange Dinosaurierspuren welche Einblick in das Werden einer Landschaft geben. All dies hätte schon ausgereicht, die Dolomiten einzigartig zu machen, ohne das Wirken und die Kunst des Menschen in diesen Tälern in Betracht zu ziehen. In vielerlei Hinsicht wirkte der Mensch als unorganisiertes, streitbares Wesen. Er kam hierher vor mehr als 10.000 Jahren mit dem Ziel, der Natur ihre Schätze zu entreißen. Er setzte sich hier fest, ohne viele Gedanken über diese Gegenden zu verlieren. Die Berge interessierten ihn am Allerwenigsten, das Überleben stand im Vordergrund.
In Zeiten der Geldgier betonierte man auf die höchsten Berge Liftanlagen, Seilbahnstationen und dazu gehörende Einrichtungen. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen durchlöcherte man die Berge und sprengte sie in die Luft. Wo die Natur durch ihre Schönheit lockte, gierte man danach, durch rücksichtlose Bauwut dies in klingende Münze zu verwandeln. Zumindest jetzt ziehen sich über die Dolomiten eine Unzahl kleiner und kleinster Naturparke, wobei jede politische Machtgröße mit ihrem Denken Grenzen verschob und anpasste. So müssen die Dolomiten gesehen werden einmal als ein Bauwerk der Natur geschaffen durch Meerestiere, aber auch als eines, in dem der Mensch seine Spuren hinterlassen hat. Und doch gilt in diesen Bergen mehr denn je, dass in der Erfolgsgeschichte die großen Taten der Natur weit vor die Werke der Menschen oder der Volksmassen treten. Und selbst bei der Geschichte des Menschen verweben sich Natur und menschliches Denken zu einer untrennbaren Einheit, wobei es immer die Natur ist, die dem Menschen ihren Stempel aufdrückt.

Aus:
Michael Wachtler
Die Geschichte der Dolomiten



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DoloMythos - Lexikon

Dolomiten-Weltnaturerbe
Auch die Dolomiten gehören zum Weltnaturerbe der UNESCO

Wo liegen die Dolomiten?
Die schönsten Bauwerke der Natur

Der Name der Dolomiten
Eine eigenartige Geschichte

Die Besteigung der Berge
Die Dolomitgipfel werden erobert

Krieg in den Bergen
Ursachen und Wirkungen

Michael Wachtler
THE GENESIS OF PLANTS 224 Pages, 200 Illustrations, Euro 49,90

  


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